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Thüringer Museum für Elektrotechnik
e.V.
Das technisch-kulturelle Erbe Thüringens

Archiv: Veranstaltungen

Ab 2016

45 Jahre minirex 73 - Taschenrechner aus Thüringen

Vortragsveranstaltung von Dipl.-Ing. Hartmut Lorenz (Schönebeck an der Elbe)

Taschenrechner minirex 73 gebaut im VEB Röhrenwerk Mühlhausen in der ehem. DDR

Taschenrechner minirex 73. Entwickelt im Funkwerk Erfurt und gebaut im Röhrenwerk Mühlhausen

Rechnen ist eine grundlegende menschliche Kulturtechnik und wichtiger Bestandteil schulischer und akademischer Bildung.

Schon früher wurden zum Rechnen Hilfsmittel und Maschinen genutzt. Zunächst verschiedene mechanische Konstruktionen, später solche mit elektrischen Antrieben.

Zu Beginn der 1960er Jahre wurden in den Rechnern Halbleiterbauelemente eingesetzt. Erst durch die Verfügbarkeit von hochintegrierten Halbleiterschaltkreisen konnten elektronische Rechner immer kleiner, leichter und leistungsfähiger entwickelt werden, welche dann vom Format her auch als Taschenrechner bezeichnet werden.

Nachdem zu Beginn der 1970er Jahre auf den internationalen Märkten elektronische Taschenrechner mit einem einzigen Rechnerschaltkreis und elektronischer Anzeige angeboten wurden erkannte man auch in der DDR deren volkswirtschaftliche Bedeutung. Aufgrund der Embargobestimmungen war es jedoch nicht so einfach Taschenrechner zu entwickeln. Fast alle wichtigen Bauelemente hierfür standen weder aus einheimischer Produktion, noch dem sozialistischen Wirtschaftsgebiet (RGW) zur Verfügung.

Hartmut Lorenz, ein absoluter Kenner der Materie, wird in seinem Vortrag die technische und technologische Entwicklung der DDR - Taschenrechner vom minirex 73 bis zum MR 6090 darstellen, wobei er dazu auch eine Reihe von Anschauungsobjekten vorführen kann.

Der minirex 73 wurde übrigens 1972 im Gerätewerk des VEB Funkwerk Erfurt entwickelt und ab 1973 im VEB Röhrenwerk Mühlhausen (RWM) in Serie produziert. Das RWM war bis zur Wiedervereinigung alleiniger Hersteller von elektronischen Taschenrechnern in der DDR.

Von 1973 bis 1990 wurden hier mehr als 6 Millionen Taschenrechner in 20 verschiedenen Typen hergestellt. Nicht nur für den Inlandsmarkt, sondern auch für den Export nach Ost und West.

  • Mittwoch, 5. Dezember 2018
  • 17.00 Uhr
  • Im Club Kalif Storch - Zum Güterbahnhof 20 - 99085 Erfurt
  • Zugang links neben Eingang des Hauptgebäudes, Parkplätze sind vor dem Haus ausreichend vorhanden.

Das Thüringenwerk - Die Anfänge einer landesweiten Stromversorgung in Thüringen

Mast einer 380 kV Höchstspannungsleitung in der nähe von Bad Sulza

380 kV Höchstspannungsleitung in Vieselbach - Lippendorf bei Bad Sulza in Thüringen.

Vortrag von Dr. Peter Glatz und Dipl.-Ing. Matthias Wenzel (Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V.)

Die ständige Verfügbarkeit von Elektroenergie ist für uns völlig selbstverständlich und es ist kaum vorstellbar, dass es Zeiten gab, ganz ohne Strom aus der Steckdose. Wenig bekannt ist heutzutage auch, wie es gegen Ende des 19. Jhd. mit der Stromversorgung begann.

Damals existierten auf dem Gebiet des heutigen Thüringens noch zahlreiche Fürstentümer, sodass sich zunächst kleine Stromerzeugungsanlagen und lokale Stromnetze ausbildeten. Der ständig wachsende Energiebedarf in Industrie, Handwerk, Landwirtschaft und den Haushalten zwang jedoch dazu die Grenzen der Fürstentümer elektrisch zu überwinden.

Die Gründung der Thüringischen Landeselektrizitätsversorgungs AG (Thüringenwerk) , am 17. Oktober 1923, markiert dabei den Anfang eines langen Weges zu einer einheitlichen und gemeinnützigen Elektrizitätswirtschaft in Thüringen.

Darüber und über die Herausforderungen an die heutige Stromversorgung mit ihrem ständig steigenden Anteil erneuerbarer Energien, werden die beiden Referenten in ihrem Vortrag informieren.

  • Mittwoch, 14. November 2018
  • 17.00 Uhr
  • Im Club Kalif Storch - Zum Güterbahnhof 20 - 99085 Erfurt
  • Zugang links neben Eingang des Hauptgebäudes, Parkplätze für Fahrräder und PKW sind vor dem Haus ausreichend vorhanden.

Vortrag: Historische Rundfunksender zwischen Ostsee und Thüringer Wald

Großfunkstelle Nauen mit Sendegebäude Muthesiusbau und Kurzwellen Sendeantenne

Großfunkstelle Nauen bei Berlin, gegründet 1906. Links im Bild das Sendegebäude (Muthesiusbau) von 1920. Daneben eine von mehreren drehbaren Kurzwelle (KW) Sendeantennen.

Von Dipl.-Ing. Gerhard Roleder (Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V.)

Vor 98 Jahren fand die erste Rundfunkübertragung in Deutschland statt, die zunächst als technischer Feldversuch angelegt war. Nach der Freigabe des Rundfunks als öffentliches Medium knapp drei Jahre später entstand deutschlandweit im Laufe der Jahre und Jahrzehnte eine Reihe von Rundfunksendestellen.

Einige von ihnen hatten und haben aufgrund leistungsstarker Sender ein großes Versorgungsgebiet und wurden national und international bekannt. Andere Sendestellen blieben in ihrer Wirkung regional begrenzt und wurden öffentlich kaum wahrgenommen.

Im Vortrag wird die technische Ausstattung von Rundfunksendern beschrieben, die im Zusammenhang mit ihrer jeweiligen Zweckbestimmung zu den bekannten oder unbekannten Beispielen gehören.

Die gedankliche und bebilderte Reise geht von der Insel Rügen über Berlin bis in den Thüringer Wald.

06.07. - 09.09.2018: Ausstellung Erlebnis Industriekultur - Innovatives Thüringen seit 1800 in Pößneck

Vom 6. Juni bis zum 9. September 2018 findet in der Shedhalle Pößneck die Ausstellung Erlebnis Industriekultur - Innovatives Thüringen seit 1800 statt. Sie ist die Leitausstellung zum Thüringer Themenjahr 2018: Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen.

Hier ist auch das Thüringer Museum für Elektrotechnik mit einigen Exponaten vertreten. Wir zeigen u.a. einen hölzernen Motorwagen zum Antrieb von Landmaschinen sowie ein Transformatorenhäuschen aus den Anfängen der Elektrifizierung in Thüringen welches mit Mitteln des Freistaates Thüringen zum Anlass dieser Ausstellung restauriert wurde.

Restauriertes Stromhäuschen aus dem Thüringer Elektromuseum in der Ausstellung Erlebnis-Industriekultur 2018 in der Shedhalle Pößneck
Energietechnik
Deutschland
ca. nach 1920
Mobile Trafostation
k.A.
Zu Beginn der Elektrifizierung wurden solche Transformatorenhäuschen zur Versorgung kleiner Unternehmen, Dörfer, einzelner Straßenzüge oder als Baustromversorgung eingesetzt. Verwendung für 3 - 5 kV auf 380 V.
Hölzerner Motorwagen aus dem Thüringer Elektromuseum in der Ausstellung Erlebnis-Industriekultur 2018 in der Shedhalle Pößneck
Elektromaschinen und Elektroinstallation
Deutschland
Motorwagen
k.A.
Mit 10 PS, 380 V Asynchron - Drehstrommotor von Bergmann-Elektricitätswerke AG Berlin. Zum Antrieb landwirtschaftlicher Geräte zu Beginn des 20. Jh..

Weitere Informationen zu dieser Ausstellung finden Sie auf der Veranstaltungsseite und im Ausstellungsflyer des Veranstalters.

Podiumsdiskussion vom 07. März 2018

Am 07.03.2018 fand unsere Podiumsdiskussion zur "Museumsperspektive 2025" der Thüringer Staatskanzlei statt.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion zur Museumsperspektive 2025 auf der Bühne des Clubs Kalif Storch in Erfurt
Die Teilnehmer (v.l.n.r.):
  • Dipl.-Ing. Stephan Hloucal (Vorstand des Elektromuseums)
  • Dr. phil. Frank Dittmann (Vorsitzender des Ausschusses Geschichte der Elektrotechnik beim VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e. V.)
  • Dr. Babette Winter (Staatssekretärin für Kultur und Europa in der Thüringer Staatskanzlei)
  • Moderator: Dr. Michael Plote
  • Dipl.-Hist. Veronika Jung (Vizepräsidentin des Museumsverbands Thüringen e. V.)
  • Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Petzoldt (Prorektor für Bildung an der Technischen Universität Ilmenau)

Wir bedanken uns herzlich für Ihren Besuch, für die Publikumsbeiträge und natürlich bei den Podiumsteilnehmern. Weiterhin danken wir Dr. Babette Winter (Thüringer Staatssekretärin für Kultur und Europa in der Thüringer Staatskanzlei) welche sich im Anschluss die Zeit genommen hat an einer Führung durch unser Depot teilzunehmen.

Am 09.03.2018 hat die Thüringer Allgemeine Zeitung diesen Artikel über die Podiumsdiskussion veröffentlicht.

Die nächste Podiumsdiskussion findet am Montag, dem 19.03.2018 im Haus Dachröden in Erfurt statt. Gastgeber sind die Thüringer Staatskanzlei und der Museumsverband Thüringen.

Den Twitterchannel der Staatskanzlei zum Thema finden Sie unter Hashtag #museumsperspektive2025.

Einladung zur Podiumsdiskussion "Museumsperspektive 2025" am 7. März 2018

Thomas Morus
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Thomas Morus (1478 - 1535, Patron der Regierenden und Politiker, Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, Quelle: Wikipedia)

Wir wollen den Diskussionsprozess um die „Museumsperspektive 2025“, zur Zukunft der Thüringer Museen, in die breite Öffentlichkeit tragen.

Hierbei geht es natürlich auch um das Thüringer Elektromuseum welches ohne Ausstellungsräume ist.

Gemeinsam mit Ihnen, der Thüringer Landesregierung, dem Thüringer Museumsverband e.V. und Experten möchten wir über Chancen und Zukunftsvisionen für Thüringen debattieren.

Podiumsteilnehmer sind:

  • Dr. Babette Winter (Staatssekretärin für Kultur und Europa in der Thüringer Staatskanzlei)
  • Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Petzoldt (Prorektor für Bildung an der Technischen Universität Ilmenau)
  • Dr. phil. Frank Dittmann (Vorsitzender des Ausschusses Geschichte der Elektrotechnik beim VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e. V.)
  • Dipl.-Hist. Veronika Jung (Vizepräsidentin des Museumsverbands Thüringen e. V.)
  • Dipl.-Ing. Stephan Hloucal (Vorstand des Elektromuseums)

Moderation: Dr. Michael Plote (Journalist und Blogger)

Impulsreferat „Museumsperspektive 2025 - Chancen und Visionen für Thüringen?“: Dr. phil. Frank Dittmann (München)

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und hoffen auf eine interessante Diskussion sowie neue Impulse für eine Museumsperspektive in Thüringen, auch über 2025 hinaus.

01.11.2017: Ein unkonventionelles Pumpspeicherkraftwerk

Vortrag von Dipl.-Ing. Stephan Hloucal (Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V.).

Die Energiewende muss mit Speichern flankiert werden. Darüber sind sich die Fachleute einig. Aktuell stehen die konventionellen Pumpspeicherkraftwerke jedoch wegen der in den letzten Jahren rasant gestiegenen Solarstromeinspeisungen öfter still und manche Betreiber wollen sie sogar völlig still legen. Neue Pumpspeicherkraftwerke werden scheinbar nicht benötigt. Und dann sind sie aus natur- und landschaftsästhetischen Gründen, sowie wegen des Landschaftsverbrauchs kaum noch realisierbar.

Die ENBW hatte vor einigen Tagen das endgültige AUS für das geplante Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Atorf bekannt gegeben. Das PSW-Schmalwasser konnte, entgegen aller Proteste von Gegnern und Naturschützern, vor 2 Jahren das Raumordnungsverfahren positiv abschließen. Seitdem ist es jedoch still darum geworden.

Alle Bedenken hinsichtlich der Eingriffe in Natur und Landschaft durch PSW könnten jedoch zerstreut werden, durch innovative unkonventionelle Ideen, das bewährte Pumpspeicherprinzip an andere Bedingungen anzupassen. In seinem Vortrag wird der Referent auf das grundlegende Prinzip, auf Realisierungsmöglichkeiten in Thüringen und auf mögliche Marktchancen, eingehen.

Interessant sind dabei die fast völlig anderen rechtlichen Rahmenbedingungen und der Vorteil auf eine seit 100 Jahren ausgereifte und erprobte Technologie zurückgreifen zu können. Letzteres ist ein immenser Vorteil gegenüber anderen Speichertechnologien, die sich oft noch in der Entwicklung befinden, bzw. schlechte Wirkungsgrade aufweisen.

18.10.2017: Wasserkraft in Thüringen, ein Beitrag zur Stromgeschichte

Beitrag zur Stromgeschichte von Prof. Dr. rar. nat. habil. Udo Rindelhardt (TU-Chemnitz).

Neben der Sonnen- und Windenergie gehört die Wasserkraft zu den ältesten von Menschen genutzte Energiequelle. Bereits im Mittelalter entwickelte sich die Wasserkraft zur prädestinierten Antriebsquelle für die vielfältigsten, sehr differenzierten handwerklichen Aufgaben.

Auch in Thüringen ist die Wasserkraftnutzung über Jahrhunderte nachweisbar. Dominierte sie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als rein mechanischer Antrieb für Säge-, Hammerwerke, Mahl-, Murmel- oder Papiermühlen, so ist mit der Wasserkraft auch der Beginn der Elektrifizierung verbunden.

Insbesondere die Wasserkraft zur Stromerzeugung ist Gegenstand des Vortrags, von der ersten Elektrizitätserzeugung zu Beleuchtungszwecken an der Mühle Mihla (Werra), 1880, über die erste öffentliche Stromversorgung in Altengottern, 1898, bis hin zu den großen Wasserkraftwerken an der Saale, die in den 1930er Jahren bereits Leistungen von mehr als 2.500 kW, erreichten. Diese Anlagen waren mit modernsten Franzisturbinen ausgestattet, deren sehr genau regelbare Drehzahl unabdingbar für einen synchronen Generatorbetrieb am 50 Hz Wechselstromnetz waren.

Beleuchtet werden auch die Höhen und Tiefen der Wasserkraftnutzung, sowie die heute noch möglichen Ausbau- bzw. Reaktivierungspotenziale auf den Hintergrund der Energiewende in Thüringen.

11.10.2017: Meilensteine der Funkgeschichte im Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen

Vortrag von Dipl.-Ing. Gerhard Roleder (Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V.)

In den letzten Jahren sind viele der alten Lang- und Mittelwellensender in Europa verstummt. Die Sendeanlagen teilweise abgerissen. Mit Ihnen begann vor etwa 100 Jahren das Zeitalter der modernen Kommunikation.

Durch den Rundfunk konnte sich erstmals Kunst ungehindert verbreiten. Für einen Konzertbesuch musste man nicht mehr in die Großstadt fahren, sondern einfach nur das Radio einschalten. Königs Wusterhausen bei Berlin spielte ein ganz besondere Rolle bei der Verbreitung des Rundfunks. Seit geraumer Zeit verändern moderne digitale Medien schrittweise auch den Rundfunk.

Gerhard Roleder, selbst Funkamateur und ein profunder Kenner des Sendestation in Königs Wusterhausen, führt in seinem Vortrag zurück in die Vergangenheit, wie dort alles begann und wie sich im Laufe der Jahre die Technik weiterentwickelte. Die Sendestelle Königs Wusterhausen ist nun ein Technisches Denkmal.

20.09.2017: Entwicklungsgeschichte des Fahrraddynamos

Technikhistorischer Vortrag von Prof. Oesingmann.

08.12.2016: 125 Jahre Drehstromfernübertragung

Vortrag von Dipl.-Ing. Friedmar Kerbe (Verein für Regional- und Technikgeschichte e.V, Hermsdorf.)

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Elektrotechnik einen ungeahnten Aufschwung und beschleunigte mit elektrischen Maschinen die industrielle Revolution.

Es herrschte Aufbruchstimmung. Getrieben von Technikbegeisterung und Fortschrittsglauben zeigten sich die Menschen den technischen Neuheiten sehr aufgeschlossen. Es entstanden Elektrizitätswerke und elektrisches Licht erhellte nächtens bald Straßen und Plätze. Da die Systemfrage, Gleich- oder Wechselstrom, noch nicht entschieden war, lud die Stadt Frankfurt/Main im Jahr 1891 zu einer großen elektrotechnischen Ausstellung ein. Eine Energiefernübertragung mit dem neuen „Drehstromsystem” zwischen einem Wasserkraftwerk in Lauffen am Neckar und Frankfurt am Main, über eine Entfernung von 175 Kilometern sollte das herausragendste Exponat werden.

Die Inbetriebnahme der Leitung mit einer Leistung von etwa 150 Kilowatt und einer Nennspannung von etwa 15.000 Volt verlief sehr erfolgreich und wurde von der Fachwelt gefeiert. Nach Ansicht des Projekteinitiators, Oskar von Miller, wurde „...der schwierigste und großartigste Versuch realisiert, der auf dem Gebiet der Elektrotechnik gemacht worden ist, seit jene geheimnisvolle Naturkraft, die wir Electrizität nennen, der Technik dienstbar gemacht wurde.“ Der Siegeszug des Dreiphasen-Wechselstromsystems und der Beginn der flächendeckenden „Elektrifizierung“ des Landes, waren nun nicht mehr aufzuhalten.

Dietmar Kerbe beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den damaligen technischen Voraussetzungen, der zum Einsatz gelangten Technik und historischen Hintergründen der europaweit einmaligen Drehstromfernübertragung anlässlich der elektrotechnischen Ausstellung von 1891 in Frankfurt am Main.

07.07.2016: Die Smart Meter kommen - Technik, Chancen und Risiken

Vortrag von Tino Bergner.

Die uns bekannten schwarzen Stromzählerkästen mit ihren drehenden Scheiben werden bald verschwunden sein und durch vollelektronische Messsysteme abgelöst werden.

Der Deutsche Bundestag hat am 23. Juni 2016 das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen, in dem die Einzelheiten des schrittweisen Einsatzes intelligenter Energiemesssysteme (Smart Meter) festgelegt sind. Damit setzt Deutschland Europäische Binnenmarktrichtlinien in nationales Recht um.

Was das für die Stromverbraucher aus technisch/administrativer Sicht bedeutet, welche Chancen damit verbunden sind und mit welchen Risiken zu rechnen ist, das wird Gegenstand des Vortrags eines ausgewiesenen Stromzähler-Experten sein.

Ihr Energieversorger hat Sie noch nicht über die Einführung der Smart Meter informiert? Wir tun es jetzt schon! Informieren Sie sich selbst, direkt und unabhängig von einem Experten aus dem Thüringer Museum für Elektrotechnik.

23.06.2016: Zughafen unter Hochspannung

Vortrag mit Vorführung von Lucien Tunger (LSD LaserShowDesign, Plauen).

Das Thüringer Museum für Elektrotechnik und der Klub Kalif Storch präsentieren eine spektakuläre und für Thüringen einmalige Vorführung eines Tesla-Transformators. Das Besondere ist nicht nur die enorm hohe Spannung von über 4 Millionen Volt, die mit der riesigen Tesla-Spule erzeugt wird und sich in über 4 m langen zuckenden Blitzen entlädt. Mit innovativer Halbleitersteuerung ist es erstmals möglich, dass diese Blitze akustische Töne erzeugen können.

Lucien Tunger ist weltweit einer der wenigen Spezialisten, die derart große Tesla-Transformatoren mit dieser innovativen Steuerung bauen können. Er wird zu Beginn der Vorführung etwas Grundsätzliches zu Aufbau und Wirkungsweise des Systems sagen damit die anschließenden akustischen „Entladungen“ besser verstanden werden können.

Der 1856 in Kroatien geborene Serbe, Nikola Tesla, gilt als Erfinder der Rundfunkübertragung und des Wechselstromsystems. Am Ende seines Lebens, 1943, hatte der „Magier der Elektrizität“ über 700 Patente, blieb jedoch wirtschaftlich relativ erfolglos. Viele seiner Erfindungen geben uns heute noch Rätsel auf und manche, wie eben der Tesla-Transformator, ziehen uns immer wieder in den Bann.

Dieser besteht aus aufeinander in Resonanz abgestimmten Luftspulen zur Erzeugung hochfrequenter Höchstspannungen. Diese sind von den geometrischen Abmessungen der Spulen abhängig und können mehrere Millionen Volt erreichen. Mancher wird sich noch an die kleine Tesla-Spule aus dem Physikunterricht seiner Schulzeit erinnern.

25.05.2016: Stromverteilung unter dem Einfluss des Heimatschutzes

Vortrag von Dipl.-Ing. Matthias Wenzel (Thüringer Energie AG, Arbeitskreis "Stromgeschichte Thüringens" der Thüringer Energie AG).

Begriffe wie „Verspargelung“, „Verspiegelung“, „Verschattung“ haben mit dem der „Verdrahtung“ einen unmittelbaren Vorgänger. Sie stehen so in der Tradition der „Verheerung“ oder „Verschandelung“ der Kulturlandschaft durch den Bau von Hochspannungsleitungen.

Heftige Auseinandersetzungen um die „Schönheit“, „Eigenart“ und „Vielfalt“ der Landschaft sind nicht neu. Das zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Schon lange bevor der Bund Heimatschutz im Jahr 1904 gegründet wurde, argumentierten Gegner und Befürworter der Industrialisierung kontrovers. Für die Gegner waren Schornsteine Symbole für die zerstörende Kraft der Industrie und für den bevorstehenden Untergang. Die Befürworter sahen in ihnen hingegen die Herrlichkeit der epochalen neuen Möglichkeiten.

In diesem Spannungsfeld entwickelte sich die Elektrizität zum gesellschaftlichen Hoffnungsträger. Die Vision von der „sauberen Industrie“ entstand. Unter den Technikbegeisterten machten sich allerdings um 1900 Strömungen bemerkbar, die die Basis für eine kritischere Sicht der gesellschaftlichen Auswirkungen der Technisierung boten. Dabei wurde die Moderne nicht per se abgelehnt, sondern danach getrachtet, Natur, Kultur und Technik zu versöhnen.

Der Vortrag macht an verschiedenen Beispielen deutlich, wie dies bis heute in den allgegenwärtigen, elektrotechnischen Versorgungsanlagen ausgeführt, in einem gegenseitig beeinflussten Entwicklungsprozess entstanden ist und wohl auch weiterhin erforderlich ist.