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Die
Entwicklung der Rechentechnik in der ehemaligen DDR Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V. Erfurt Fachbereich Rechentechnik Nach dem Kriegsende
1945 und der anschließenden Demontage der Betriebe der Schreib- und Rechenmaschinenherstellung
durch die sowjetische. Besatzungsmacht, wurden mit den übrig gebliebenen
Maschinen und trotz Materialknappheit wieder die Produktion von Schreib- und
Rechenmaschinen begonnen. Die Geräte
entsprachen im wesentlichen dem Vorkriegsniveau. Es waren Addier- und
Subtrahiergeräte, Vierspeziesrechner, Buchungs- und Fakturiermaschinen, sowie
Halb- und Superautomaten. Die wichtigsten
Produzenten um 1950 waren damals unter anderem folgende Betriebe:
In den Folgejahren
wurden Betriebe umprofiliert, bzw. es entstanden neue Werke und Kombinate, wie
z.B.
vormals
Funkwerk Dresden, ehemals Mende.
Nach 1950 vollzog
sich ein rascher Aufschwung in der Herstellung von Rechengeräten. Schrittweise
wurden die mechanischen Geräte durch elektromechanische abgelöst. Die Gründung volkseigener
Industriebetriebe und die Bildung der unterschiedlichen Großhandelskontore
erforderten eine schnelle Informationsverarbeitung von Daten für die Planung,
Abrechnung, Lohnberechnung und in der Materialwirtschaft. Die zum damaligen
Zeitpunkt gebauten Geräte waren hierbei überfordert. So wurden um 1955 im
Büromaschinenwerk Sömmerda die ersten Lochkartengeräte auf Basis des
Hollerith-Systems gebaut. Die Lochkartentechnik um 1890 von dem
deutsch-amerikanischen Ingenieur Dr. Hermann Hollerith erfunden und stets
weiter entwickelt, hielt um 1920 ihren Einzug in Deutschland. Größere
Industriebetriebe mit vielen zu verarbeitenden Daten führten jahrzehntelang auf
den von der IBM-Gesellschaft gemieteten Geräten und Tabelliermaschinen ihre
Abrechnungen durch. Als Datenträger diente die Lochkarte in unterschiedlichen
Formen. Der auch als
Datenträger bekannte Lochstreifen (auch Lochband genannt), hauptsächlich in der
Fernschreibtechnik angewandt, war ebenfalls weit verbreitet. Rechengeräte
wurden zunehmend für die Lochstreifentechnik entwickelt. Ab 1955 folgten auch
schon Rechner mit Elektronenröhren und Selengleichrichtern, die nach kurzer
Zeit durch Geräte mit modernen Halbleiterbauelementen ersetzt wurden. In der
Folgezeit lösten Magnetbänder, Magnetplatten, sowie Magnetbandkassetten und
Disketten die Lochkarten und Lochstreifen als Datenträger ab. Man teilte
dementsprechend die Rechner auch in Generationen ein. Aufgrund der Vielzahl der
gebauten Geräte und Anlagen kann nur eine grobe Übersicht über die wichtigsten Vertreter
der einzelnen Generationen dargestellt werden. Teil 1:
Datenerfassungs- und -verarbeitungsgeräte sowie Computer Elektromechanische
Rechenmaschinen (Lochkartentechnik) Im Büromaschinenwerk Sömmerda wurden
Lochkartenmaschinen gebaut. Sie bezogen sich auf die 80-spaltige Lochkarte und
beruhten auf dem elektromechanischem Prinzip. Zur Lochkartentechnik gehörten
Magnetlocher, Magnetprüfer, Sortiermaschine und Tabelliermaschine sowie als
Zusatzgerät der Summenstanzer. Es konnten nur numerische Daten eingegeben
werden.
[Bild 0: Lochkarte] Magnetlocher Mit dem Lochen begann das maschinelle
Aufbereiten der Daten. Angaben aus den Belegen wurden mit Hilfe des
Magnetlochers in die Lochkarte übertragen.
[Bild 1:
Magnetlocher] Magnetprüfer Die einwandfreie Übereinstimmung der
Kartenlochungen mit den Werten der entsprechenden Belege wurde mit Hilfe des
Magnetprüfers, der die Karten spaltenweise abtastete, von einer anderen
Datenerfasserin kontrolliert, womit die notwendige Sicherheit für die folgenden
Arbeiten gewährleistet war.
[ Bild 2:
Magnetprüfer] Sortiermaschine Nach dem Lochen und Prüfen umfasste die
nächste Stufe das Sortieren (Ordnen) der Karten. Diese Aufgabe wurde von der
Sortiermaschine übernommen. Sie ordnete die zur Auswertung bestimmten Lochkarten,
brachte sie in die gewünschte sinnvolle Reihenfolge und schaffte damit die
Voraussetzung für einen weiteren rationellen und präzisen Arbeitsablauf.
[ Bild 3:
Sortiermaschine ] Tabelliermaschine Die Tabelliermaschine diente zur Auswertung
der 80-stelligen Lochkarte für statistische und kommerzielle Abrechnungsarten. Sie war mit 17 Zählwerken zu 12 Stellen
ausgestattet. Mit allen Zählwerken konnte senkrecht und quer addiert,
subtrahiert und saldiert werden. Die Programme waren mit Hilfe leicht
auswechselbarer Schalttafeln und Umstöpseln von Leitungen zu erstellen. Die
Druckleistung der Daten betrug 9000 Karten pro Stunde oder 2,5 Sekunden pro
Lochkarte. Die Multiplikation einer 4-stelligen Zahl
dauerte immerhin 4 Sekunden.
[ Bild 4:
Tabelliermaschine mit Schalttafel ] Durch das Umsortieren der Lochkarten nach
festgelegten Ordnungsmerkmalen (Artikel-Nr., Betriebs-Nr., Kunden-Nr., usw.)
konnten die unterschiedlichsten Auswertungen (Ausdruckung von Listen in 1-3
facher Ausfertigung) an der Tabelliermaschine vorgenommen werden. Die Anwendung der Lochkartentechnik brachte
eine erhebliche Einsparung von Arbeitsplätzen in den Verwaltungsbereichen und
eine kürzere Bereitstellung umfangreicher Daten gegenüber der manuellen
Erstellung. In den nachfolgenden Jahren wurden die
Lochkartenmaschinen durch qualitativ leistungsstärkere Motorlocher,
Motorprüfer, Sortiermaschinen, Tabelliermaschinen und Summenkarten-Stanzer
verbessert. Elektromechanische
Großrechner Im Jahre 1955 wurde in Jena die erste
Großrechenanlage der DDR, die OPREMA (Optik- Rechenmaschine) gebaut. Sie war
ausgestattet mit 17.000 polarisierten Relais, 90.000 Selengleichrichtern und
500 Kilometern Leitungsmaterial. Mit 40 Watt hatte sie einen äußerst geringen
Energiebedarf. Ein besonderes Impulsverfahren bewirkte, dass die Relais nur in
spannungsfreiem Zustand geschaltet wurden, dadurch erhöhte sich ihre
Lebensdauer. Diese Rechenanlage erreichte ca. 2 Rechenoperationen pro Sekunde.
Trotzdem ersetzte sie 120 qualifizierte Arbeitskräfte.
[ Bild 5: OPREMA ] Elektronische
Rechner der 1. Generation (Einsatz von Elektronenröhren, Dioden,
Magnettrommeln) Operationszeiten: Millisekundenbereich Rechenmaschine D1 Die erste elektronische Rechenmaschine D1
war 1956 einsatzfähig. Sie war das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen der
Mitarbeiter der Technischen Hochschule Dresden und des Funkwerkes Dresden.
Ausgestattet mit 760 Elektronenröhren, 1000 Selengleichrichtern und 100 Relais
führte sie pro Sekunde schon 100 Rechenoperationen durch. Bereits ein Jahr
später folgte die wesentlich leistungsstärkere D2, die 1400 Röhren, 2000 Dioden
und 100 Relais enthielt. Ihre Rechengeschwindigkeit betrug 1000 Operationen pro
Sekunde. Die Entwicklung wurde in den Folgejahren weitergeführt bis zum
transistorisierten Kleinrechner D 4 a.
[ Bild 6: D1 ] ASM 18 Als Zusatzgerät zur Lochkartentechnik wurde der
Elektronenrechner ASM 18 (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren mit einem
Resultat von 18 Stellen) vom VEB Elektronische Rechenmaschinen Chemnitz
entwickelt und vom Büromaschinenwerk Sömmerda vertrieben. In Verbindung mit
einer Tabelliermaschine oder dem Kartendoppler der Firma Bull stellte der ASM
18 eine notwendige Ergänzung zur Lochkartentechnik dar. Er war mit 350
Elektronenröhren bestückt und arbeitete im Dualsystem. Die Programmierung
erfolgte mittels Stecktafeln. Der Anwendungsbereich war durch die fehlende
Divisionsoperation begrenzt (nur mit Reziprokwert möglich). Für eine
Rechenoperation wurde eine Rechenzeit von 50 ms bei einfacher Multiplikation
benötigt. Die Leistungsaufnahme betrug etwa 2,7 KW und er wog 250 kg.
[ Bild 7: ASM18 ] ZRA 1 Ab 1956 entwickelt und 1961 betriebsbereit
war er ein programmgesteuerter Ziffernrechenautomat mittlerer Geschwindigkeit, hergestellt
vom VEB Carl Zeiss Jena. Die Anlage bestand aus Eingabegerät, Kommandopult,
Ausgabegerät, Rechenschrank, Stromversorgungsteil und einem zentralen
Netzgerät. Die Eingabe der Rechenprogramme geschah mittels Lochkarten. Als
Hauptspeicher diente eine Magnettrommel mit einer Speicherkapazität von 4096
Worten. Die Magnettrommel drehte sich mit 12.000 U/min., so dass sich eine
mittlere Zugriffszeit von 2,5 ms ergab. Die gesamte logische Struktur des Rechen-
und Leitwerkes gründete sich beim ZRA 1 auf die Ferritkerntechnik. Dadurch
wurde eine hohe Betriebssicherheit erreicht. Die mittlere Rechengeschwindigkeit des
Gerätes betrug 150 bis 200 Operationen/sek. Der Rechner war ausgerüstet mit 770
Röhren, 12.000 Germanium-Dioden und 8.500 Ferritkernen.
[ Bild8: ZRA 1 ] PRL Als weiterer elektronischer Rechner gehörte
zur ersten Generation der programmgesteuerte elektronische Rechner für
Lochkartenmaschinen, der PRL. Im ehemaligen Betrieb Elektronische
Rechenmaschinen Chemnitz wurde er 1959 fertiggestellt. Er war ausgestattet mit
2.600 Röhren, zusammengefasst in einer Steckeinheit. Die Ein- und Ausgabe
erfolgte über Lochkarten. Obwohl sich dieser Rechner in der Praxis gut
bewährte, wurde er nur einmal gebaut, da zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung
bereits Halbleiter, wie Transistoren und Dioden die Elektronenröhren ablösten.
[ Bild 9: PRL ] Elektronische
Rechner der 2. Generation Operationszeiten: Milli- und
Mikrosekundenbereich Mit dem Einsatz von Transistoren und
Ferritkernspeichern begann nach 1960 die 2. Rechnergeneration. SER 2 Der elektronische Kleinrechenautomat
"Cellatron" SER 2 aus Zella-Mehlis war ein programmgesteuerter
Vier-Spezies-Rechner für ökonomische und wissenschaftliche Berechnungen. Für
sämtliche Operationen wurden nur 11 Befehle benötigt. Durch diese einfache
Befehlsliste wurde die Programmierung wesentlich erleichtert. Datenein- und -ausgabe erfolgten über eine
elektrische Schreibmaschine. Die Recheneinheit, welche mit ca. 750
Transistoren und 2.500 Dioden bestückt war, benötigte für eine Multiplikation
280 ms.
[Bild 10: SER 2] R 100 Dieser Rechner wurde speziell für
Lochkartenstationen entwickelt. Als Ein- und Ausgabemedium dienten Lochkarten.
Als volltransistorisierter Digitalrechner mit 3000 Transistoren und 6700 Dioden
ausgestattet erreichte er eine Arbeitsgeschwindigkeit von 140 Operationen pro
Sekunde. Sein Einsatz erfolgte hauptsächlich für Lohnrechnungen der Betriebe
und für wissenschaftliche Berechnungen. Der Nachteil lag in dem nicht integrierten
Anschluss eines Druckers.
[ Bild 11: R 100] R 300 Mit dem Einsatz der elektronischen
Datenverarbeitungsanlage R 300 begann ab Mitte der 60er Jahre die breite
Anwendung der elektronischen Datenverarbeitung in der DDR. Der R 300 aus
Chemnitz war nach dem Baukastenprinzip aufgebaut und dadurch sehr flexibel. Die wichtigsten Geräte waren: - Zentraleinheit - Bedienpult mit Schreibmaschine - Lochkartenlesegerät - Lochkartenausgabegerät - Lochbandleser und- stanzer - Magnetbandeinheit - Schnelldrucker - Ferritkernzusatzspeicher. Die Zentraleinheit als Kernstück der Anlage enthielt
das Steuerwerk, das Rechenwerk, den Hauptspeicher und die Ein- und
Ausgabekanäle für die peripheren Geräte. Der Hauptspeicher verfügte über 40.000
Speicherplätze und konnte mit maximal 4 Magnettrommeln, die als Zusatzspeicher
dienten, erweitert werden. An das Steuerwerk konnten bis zu 8
Magnetbandspeichergeräte angeschlossen werden. Für den Programmablauf war es wichtig zu
wissen, dass nach dem Einadress-System gearbeitet wurde. Die Steuerung der Anlage erfolgte von einem
übersichtlichen Bedienungspult aus. Über die elektrische Schreibmaschine wurde
das Programm-Protokoll erstellt. Die Länge eines Magnetbandes betrug etwa 750
Meter. Es wurde an der Anlage eine Arbeitsgeschwindigkeit von 0,2 ms erreicht.
[Bild 12: R 300] C 8205 Diese elektronische Kleinrechenanlage wurde
in Zella-Mehlis hergestellt und kam 1969 zum Einsatz. Der Speicher war mit einer Magnettrommel
ausgerüstet und hatte eine Kapazität von 4096 Worten zu 33 Bit, d.h. 135.168
Dualstellen. Seine Arbeitsgeschwindigkeit betrug 1.900 Rechenbefehle je
Sekunde. Die Eingabe- und Ausgabe erfolgte über
Lochstreifen. Dabei betrug die Rechenzeit für eine Multiplikation etwa 15 ms.
[Bild 13: C 8205] EAR Als weiterer elektronischer Rechner der 2.
Generation zählte noch der elektronische Analogrechner EAR der ehemaligen
Archimedes Rechenmaschinenfabrik Glashütte in Sachsen. Er war als
Langzeitrechner zur Lösung von Aufgaben aus Mathematik, Regelungstechnik und
Elektrotechnik unter anderem im Einsatz.
[Bild 14: EAR] Elektronische
Rechner der 3. Generation Operationszeiten: Mikro- Nanosekundenbereich (Nach 1965 Einsatz von integrierten
Schaltkreisen) R 21 Mit dem Einsatz dieser Robotron - Anlage vollzog
sich 1972 der Übergang von der 2. zur 3. Rechnergeneration. Dieser Übergang
wird neben dem R 21 entscheidend durch die Anlagen des einheitlichen Systems
der elektronischen Rechentechnik (ESER) geprägt, das gemeinsam von den 6
RGW-Ländern in einem Entwicklungszeitraum von weniger als 4 Jahren geschaffen
wurde. Es vereinigte in sich mehrere leistungsmäßig abgestufte Modelle von
Zentraleinheiten und ein breites Spektrum peripherer Geräte. Diese mit integrierten Schaltkreisen in Hybridtechnik
ausgestatteten Rechenanlagen waren gekennzeichnet durch eine neue
Verarbeitungsweise, die dem Anwender wesentliche Vorteile bot. Dazu gehörten
insbesondere: - Multiprogrammierung - ein leistungsfähiges Plattenbetriebssystem
- Parallelbetrieb von Zentraleinheit und
Ein- und Ausgabeeinheit - Einsatz von Wechselplattenspeichern hoher
Kapazität mit direktem Speicherzugriff - Zykluszeit von 875 ns und Zugriffszeit von
520 ns. In den folgenden Jahren fand u.a. mit der ES
1040 eine Weiterentwicklung statt. Sie erreichte eine Leistung von 380.000
Operationen/sek.
[Bild 15: R 21] Robotron 4000 Dieser vom Kombinat Robotron Dresden
produzierte Mehrzweckrechner stellte den Kern des Rechnersystems robotron 4000
dar. Er hatte eine Speicherkapazität bis zu 32 K Worte. Zur Standardausrüstung
des Rechners gehörte eine Bedienkonsole, die sich an der Stirnseite des
Rechnerschrankes befand. Sie enthielt alle notwendigen Elemente zur Steuerung
und Prüfung des Rechners. Die Operationszeit betrug ca. 10
Mikrosekunden.
[Bild 16: R 4000] Datenerfassungsgerät robotron 1370 Diese vom VEB Robotron Buchungsmaschinenwerk
Karl-Marx-Stadt hergestellte Datenerfassungsgerät war sowohl in zentralen
Datenerfassungsstellen, als auch unmittelbar am Entstehungsort der Daten
einsetzbar. Sie gestatteten neben der Datenerfassung
auch die Erstverarbeitung der Daten und deren programmierbare logische und
formale Prüfung. Die bewährten Magnetbandkassetten sicherten eine problemlose
Direktverarbeitung am Rechner oder über einen Konvertierer.
[Bild 16a: R 1370] In Verbindung mit der ebenfalls in
Karl-Marx-Stadt gebauten Magnetbandeinheit MBE 4000 stellte es eine kleine EDVA
dar. Mikrorechner K 1620 Dieser Rechner, gebaut im Kombinat Robotron
stellte das Grundmodell der Rechnerfamilie K 1600 dar. Er war ein Rechner der
dritten Generation mit 16 Bit Verarbeitungsbreite und einem
Adressierungsbereich von 32 K Worte. Der Mikrorechner wurde über ein
Bildschirm-Ein-/ Ausgabegerät bedient, welches auch die Funktion einer
Rechnerkonsole übernahm. Entsprechend dazu angeordnete Datenträger-Ein/
Ausgabegeräte und der Drucker bildeten den Bedienkomplex. Zum
Peripheriesortiment des Rechners gehörten u.a. Kassettenmagnetband-, Folienspeicher-
und Lochbandeinheiten sowie Lochkartenleser. Als externe Speicher dienten noch
Magnetbandgeräte und Kassettenplattenspeicher.
[Bild 17: K 1620] Datensammelystem (DSS) R 4230 Das DSS R 4230 wurde gegen Ende der 70er
Jahre von Robotron Zella-Mehlis gebaut und war mit höchstintegrierten
Schaltkreisen und Mikroprozessoren ausgestattet. Damit begann eine neue
Generation bei der Erfassung von Daten. Die Lochkarte war nunmehr überflüssig
geworden. Das Datensammelsystem bot folgende Leistungen: - Rationelle und sichere Erfassung von Daten
- zentrale Sammlung der über die
Datenstation eingegebenen Daten auf einen Zwischenspeicher (Fest-/Wechselplatte)
- computergesteuerte Aufbereitung und
Verarbeitung der Daten - Datenausgabe auf computerkompatiblem
Magnetband sowie off-line Weitergabe der Magnetbänder an die zentrale EDVA. Die Systemzentrale des Datensammelsystems R 4230
wurde durch eine Konfiguration des Rechners K 4201 gebildet. Sie steuerte den
Systemablauf und übernahm die zentrale Aufgabe der Datenkontrolle,
-aufbereitung und Datenvorverarbeitung. An Bildschirmplätzen (Datenstationen)
konnten schon während des Eingabeprozesses Daten auf Fehlersicherheit geprüft
werden. Ein Datensatz konnte maximal 256 Zeichen beinhalten. Gegenüber der bisherigen Datenerfassung
mittels Lochkarten erhöhte sich die Effektivität um 50%. Weiterentwicklung in den Folgejahren:
Datensystem A 5220 aus Zella-Mehlis.
[Bild 18: DSS R
4230] EC 1055 M Mit dem robotron - Rechner EC 1055 M um 1981
konnte die rasche Abarbeitung umfangreicher Routinearbeiten und die
zuverlässige Lösung technisch-ökonomischer Berechnungen erledigt werden. Er
wurde vor allem als Leitrechner in Rechnerverbundnetzen genutzt und erreichte
eine Operationsgeschwindigkeit von 480.000 Operationen/sek. Unter Nutzung der
Hauptspeichervarianten von 1M-Byte, 2M-Byte und 4M-Byte, einer variabel
anschließbaren leistungsfähigen Peripherie für Nah- und Fernverarbeitung sowie
den Betriebssystemen stand er für die Lösung jeder Aufgabe als sehr flexibles
Modell zur Verfügung. Ein weiterentwickelter Bedien- und
Serviceprozessor mit wahlweise 2 Bildschirmen und einem Seriendrucker dienten
der Bedienung und Wartung des Systems und der Diagnose.
[Bild 19: EC 1055 M] Büro-,
Personal-, Arbeitsplatz-, Mikro- und Kleincomputer A 5110 Vom VEB Büromaschinenwerk Sömmerda - 1981
entwickelt -, präsentierte sich speziell der Bürocomputer A 5110 als ein
komplettes Tastatur-Druckergerät in Auftisch-Ausführung für die Belange der
Buchungs-, Fakturierungs- und Abrechnungstechnik. Der BC verwendete als Rechen-
und Steuerteil einen leistungsfähigen Mikrorechner aus der Familie robotron K
1520 auf Basis von 8-Bit-Verarbeitungsbreite. Im erweiterten Grundmodell konnten als
externe Baugruppen ein Bildschirmgerät und eine Floppy-Disk-Einheit angeschlossen
werden. Das Nutzerprogramm befand sich in einer Diskettenbibliothek und wurde
zum Arbeitsbeginn in den Hauptspeicher geladen.
[Bild 20 A 5110] A 5120 Der VEB robotron Buchungsmaschinenwerk
Karl-Marx-Stadt stellte nach 1980 die Bürocomputer A 5120 und A 5130 her, die
Funktionssteuerung übernahmen ebenfalls Module des Mikrorechners robotron K
1520 unter der Regie des Betriebssystems. Der A 5120 hatte als konstruktive
Basis Tastatur- Bildschirm- und Auftischgerät. Durch Bereitstellung eines
Seriendruckers (S 1152 bzw. S 1154) und weiteren 8 "- und 5
¼"-Disketten- oder Kassetten-Magnetband-Laufwerken war eine
Leistungserhöhung möglich.
[Bild 20a: A 5120] A 5130 Der A 5130 vereinigte in einem Grundmodell
als Standgerät Drucker, Tastatur und variabel anschließbare Externspeicher
(Diskette, Magnetband, Kassette). Als Sitzarbeitsplatz mit dem drehbar
angeordneten Bildschirm galt er als bedienfreundlich.
[Bild 20b: A 5130] LC 80 Der vom Kombinat Mikroelektronik entwickelte
Lerncomputer LC 80, konzipiert als Lehr- und Lerngerät, kam ab 1983 in den
Schulen zum Einsatz. Er ließ sich für einfache Steuerungsreglungen oder Spiele
und für einfachste akustische bzw. musikalische Spiele einsetzen. Z 1013 Ab 1984 brachte Robotron Elektronik Riesa
die Mikro-Rechner-Bausätze Z 1013 auf den Markt. Sie boten schon etwas mehr
Komfort, einmal von der Speicherkapazität (16-K-Byte) und zum anderen von der
Programmierung. Die Z 1013 waren besonders zum Kennenlernen des
Schaltungsaufbaus von Mikrorechnern und als Lernsystem für Anfänger geeignet.
[Bild 20c: Z 1013] KC 85 Zeitgleich stellte das Röhrenwerk
"Wilhelm Pieck" Mühlhausen die Kleincomputer KC 85/2, später noch die
KC 85/3 und den leistungsstärkeren KC 85/4 her. Sie bestanden in der Regel aus
einem Grundgerät, einer alphanumerischen Tastatur und diversen Zusatzmodulen.
Weiterhin existierten verschiedene Programme zur Computergrafik,
Textverarbeitung, zur Ausbildung und zum Spielen. Zur Anzeige und
Datenspeicherung dienten die handelsüblichen Fernsehgeräte bzw.
Kassettenrecorder. Der Ausdruck von Daten war über einen Drucker z.B. K 6313
oder auf einer Schreibmaschine möglich.
[Bild 23: KC 85] A 7150 Im Büromaschinenwerk Karl-Marx-Stadt bzw. im
Robotron Elektronik Dresden wurden u.a. der Computer K 8924, der CM 1910, sowie
die Arbeitsplatz-Computer A 7100 und der weiterentwickelte A 7150 gebaut. Diese
ab 1986 produzierten Arbeitsplatz-Computer basierten auf dem neu entwickelten
16-Bit-Prozessoren U 8000. Sie waren universell einsetzbar durch den Anschluss
mit einem Grafik-Tableau K 6405 aus Hoyerswerda bzw. mit den Plottern robotron
Reiss K 6411/K 6418, den Digitalisierungsgeräten K 6401/ 6404 oder mit den
Nadeldruckern K 6313/K K6314 für CAD/CAM-Arbeitsplätze.
[Bild 21a: A 7150] PC 1715 Der Personalcomputer PC 1715 mit einer
Verarbeitungsbreite von 8 Bit wurde ab 1985 im Büromaschinenwerk Sömmerda
serienmäßig produziert. Er bestand aus der Rechner- und Bildschirmeinheit, die
grafikfähig war, und der Tastatur.
[Bild 21: PC 1715] EC 1834 Der gleiche Betrieb stellte ab 1987 die neue
Computer-Generation EC 1834 als 16-Bit-Rechner her.
[Bild 22 EC 1834] A 5105 Von Robotron Messelektronik "Otto
Schön" Dresden wurden 1988 der Bildungscomputer (BIC) A 5105 als
8-Bit-Rechner für Schulen hergestellt. Tastatur und Grundgerät waren
zusammengesetzt und der Monitor aufgesetzt. Er besaß ein 5 ¼-Zoll-Laufwerk. KC 87 Der gleiche Betrieb produzierte den
Kleincomputer KC 87. Er war wie seine Vorgänger mit dem Mikroprozessor-System U
880 D ausgestattet. Der KC 87 ist eine Weiterentwicklung des KC 85/1. Er hatte
gegenüber dem Vorgänger die Möglichkeit einer Speichererweiterung. Dieses
Kompaktgerät war mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte
und Erweiterungsbaugruppen versehen. Außer seinem Einsatz in der
Volkswirtschaft und im Bildungswesen eignete er sich ebenfalls als
Heimcomputer.
[Bild 22a: KC 87] K 8915 Der Computer K 8915 mit separatem Disketten-Laufwerk
(5 ¼-Zoll-Laufwerk) wurde 1988 im VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis gebaut. MC 80 Der VEB Elektronik Gera fertigte die
Mikrocomputer MC 80. Die Bildausgabe und die Magnetbandkassette waren im Gerät
integriert. Sie eigneten sich insbesondere für Labor- und
Prüffeld-Automatisierung.
[Bild 22b: MC 80] KC-Kompakt Vom VEB Mikroelektronik "Wilhelm
Pieck" Mühlhausen wurde im 2. Halbjahr 1989 der leistungsfähige
Kleincomputer KC-Kompakt, mit einer Speichererweiterung auf max. 32 KByte ROM und
auf 64 KByte RAM, vorgestellt. Als Bauform stellte sich das Grundgerät mit
abgesetztem Netzteil vor. Als Erweiterungsmöglichkeit war wie bei seinem
Vorgänger z.B. der Anschluss eines Diskettenlaufwerkes 5 ¼" über das
Expansions-Interface möglich.
[Bild 22c:
KC-kompakt] EC 1835 Im Jahre 1990 präsentierte der VEB
Büromaschinenwerk Sömmerda den Personal-Computer EC 1835. Teil
2: Klein-Rechentechnik Rechenautomat SAR Die elektromechanischen Halb- bzw.
Vollautomaten, die ab 1950 serienmäßig im Büromaschinenwerk Sömmerda
hergestellt wurden, waren eine Weiterentwicklung gegenüber den vor dem 2.
Weltkrieg produzierten Geräten. Ihr Nachteil bestand darin, dass sie kein
Druckwerk enthielten.
[Bild 25:
Rechenautomat Modell SAR II c] Dreispezies-Rechener Typ 314 Die Addier- und Subtrahiergeräte vom Typ
161, gebaut ebenfalls im Büromaschinenwerk Sömmerda, wurden einige Jahre später
vom Dreispezies-Rechner Typ 314 abgelöst. Dieses neue, im VEB Robotron
Secura-Werke Berlin produzierte Gerät, führte außerdem die volle automatische
Multiplikation aus.
[Bild 24:
Dreispezies-Rechenautomat 314] Elektronischer Tischrechner ETR 222 Mit dem Einsatz elektronischer Bauteile
wurden ab 1966 Tischrechner mit Leuchtziffernröhren im Büromaschinenwerk
Sömmerda hergestellt. Ab 1962 führten alle in Sömmerda hergestellten
Geräte das Warenzeichen "Soemtron".
[Bild 26: ETR 222] Kleinbuchungsautomat Ascota 117 Ls Diese kleine Buchungsmaschine aus Karl-Marx-Stadt
verfügte über zwei Rechenwerke und eine einfache Programmsteuerung.
Maschinenlesbare Datenträger (Lochstreifen) konnten als Eingabe verwendet
werden. [Bild 27: Ascota 117
Ls]
[Bild 27: Ascota 117
Ls] Elektronische Abrechnungsautomaten Nach 1968 kamen die Geräte der 382-385er
Serie vom Büromaschinenwerk Sömmerda auf den Markt. Der 385er war mit
alphanumerischer Lochstreifenein- und -ausgabe ausgerüstet.
[Bild 28:
Elektronischer Abrechnungsautomat 385] Kleincomputer Ascota 750 Dieses Gerät aus Karl-Marx-Stadt war eine elektronisch
rechnende und speichernde Buchungsanlage mit interner Programmsteuerung. Zur
Dateneingabe kamen Lochstreifen zum Einsatz. Bandlocher ließen sich in
Verbindung mit einem Codiergerät anschließen.
[Bild 29:
Kleincomputer Ascota 750] Elektronischer Buchungs- und
Fakturierautomat 1720 Ab 1975 in Sömmerda hergestellt, führte er
alle anfallenden Buchungs- und Fakturierarbeiten mühelos aus. Er ermöglichte
die Gewinnung von Datenträgern für eine tagfertige Abrechnung. Die
Leistungsmerkmale wurden außerdem durch ein umfangreiches Kontrollsystem
realisiert.
[Bild 30: daro 1720] Kleinfakturierautomat KFA 1711 Dieser Soemtron-Kleinfakturierautomat war
erstmalig mit dem Mikroprozessor U 808 D ausgestattet und wurde ab 1978
serienmäßig hergestellt.
[Bild 31: KFA 1711] Druckender Tischrechner TR 20 Mit diesem Gerät stellte das
Büromaschinenwerk Sömmerda ab 1985 einen druckenden Tischrechner vor. Er
verfügte über 3 Speicher für 12 Stellen und war mit einem Thermodruck versehen.
[Bild 33: TR 20] Kleindatenverarbeitungsanlage 1840 Kleindatenverarbeitungsanlagen schlossen die
gerätetechnische Lücke zwischen elektromechanischen Buchungs- und
Abrechnungsautomaten und elektronischen Großdatenverarbeitungsanlagen.
Charakteristisch für die Kleindatenverarbeitungsanlage 1840 waren: - freiprogrammierbare Zentraleinheit, - freiwählbare Bereiche für Programm- und
Datenspeicherung innerhalb des Speichers, - Anschlussmöglichkeit für periphere Geräte,
[Bild 34: daro 1840] Elektronische
Taschenrechner Nachdem zu Beginn der 70er Jahre in
damaligen VEB Funkwerk Erfurt die Herstellung hochintegrierter Schaltkreise
gelang, konnten mit dem MOS-Schaltkreis U 820 D die ersten elektronischen
Taschenrechner entwickelt und im VEB Röhrenwerk Mühlhausen produziert
werden. Die am Anfang mit aufladbaren Nickel-Cadmium Sammlern ausgestatteten
Kleinstgeräte wurden im Laufe der Jahre durch den Einsatz von Mini-Batterien
immer leistungsfähiger und kleiner. Modell minirex 73, minirex 75 Diese Taschenrechner waren außerdem mit
zusätzlichem Netzteil ausgestattet.
[Bild 35: minirex
75] Modell Konkret 100, 200, 400, 600 Diese Geräte waren über Stromanschluss oder
als Taschenrechner mit 4 Stück Batterien R6 ausgerüstet. Betriebszeit ca. 15 Stunden. Baujahr: ab 1975 Modell MR 411 Diese waren mit einem Rechenteil (4
Grundrechenarten, Prozentrechnung, Wurzelziehen), einem Uhrenteil (Zeitangabe,
Weckeinrichtung) und einer Stoppuhr ausgerüstet. Die Stromversorgung erfolgte
über 2 Knopfzellen. Baujahr: ab 1979
[Bild 36: MR 411] Modell MR 420 Dieses Gerät hatte die Zusatzfunktionen:
Wurzel, %, M +, M -, MR und MC. Die Stromversorgung erfolgte über eine
eingebaute Lithiumbatterie. Baujahr: 1987 Modell MR 610 Als wissenschaftlicher Taschenrechner wurde
dieses Gerät produziert. Baujahr ab 1988 Modell SR 1 Dieser Schulrechner wurde zu DDR-Zeiten nur
über Bezugsschein für Schüler vergeben. Der vom Staat gestützte Preis betrug
123 Mark. Baujahr: ab 1988 Nachwort Diese
Aufzeichnungen sollten einen Einblick geben, welche elektromechanischen und elektronischen
Geräte bzw. EDV-Anlagen in der DDR konstruiert, gebaut und vertrieben wurden. Bei
der Fülle der serienmäßig hergestellten verschiedenen Produkte konnten nicht
alle aufgezählt werden. Ein Abriss war daher erforderlich. Mit
der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und der DDR, die am 1. Juli 1990 in Kraft trat, wurden die meisten
Produktionsprogramme eingestellt. Leistungsfähigere
Geräte bestimmten nunmehr den Markt. |